An den Wassern Altonas – CD Produktion

Komposition für Sprecher, Gesangssolisten, Chor und Instrumentalisten.

Gemeinsam mit Michael Batz (Texte)

CD-Produktion im Studio des Fachbereichs Popularmusik der Nordkirche

 

Der jüdische Friedhof Königstraße, zentral in Altona gelegen, war von 1611 bis 1873 Begräbnisstätte für portugiesische und deutsche Juden, Sepharden und Aschkenasen.

Mit seinem Reichtum an Grabinschriften und bildnerischer Ausgestaltung gilt dieser einzigartige Ort als einer der imposantesten Friedhöfe Deutschlands, gleichsam als Geschichtsbuch zur religiösen, sozialen und kulturellen jüdischen Identität.

Verfolgung, Emigration und Deportation prägten die Jahre 1933 – 1945, in denen auch der Friedhof nicht verschont blieb. Am 28. Oktober 1938 wurden im Zuge der sogenannten „Polen-Aktion“ etwa 800 Personen jüdischen Glaubens festgenommen und nach Polen abgeschoben. Dieses Ereignis bildete den Auftakt für die folgenden Pogrome des NS-Regimes.

Ansatz des Projektes ist es, den Friedhof als ein Altonaer Totenbuch zu lesen mit unterschiedlichsten Aussagen über Tod und Leben. Ein Gang durch Zeit und Raum führt durch Jahrhunderte der Historie, Lebensgeschichten von Persönlichkeiten, Schicksale, internationale Karrieren sowie die Orientierung in die geistige Welt. Immer wieder wird auch Bezug genommen auf den Fluchtpunkt der sog. „Polen-Aktion“, mit der die jüdische Präsenz in Altona nach und nach beendet werden sollte.

Universale Fremde, Pilgerschaft, Vanitas, Memento Mori, Auferstehungssymboliken – diese Begriffe und Inhalte bilden den thematischen Raum.

Geschichten, Lebenslieder, Totengesänge, Fugen, Klagechöre sowie Inschriften und literarische Quellen bringen den Friedhof über seine steinerne Botschaft auf meditative Weise ‚zum Sprechen’.